lindas blues kleinvon Georg Bydlinski und Hubert Hochwarter

Prosa
Mit Farbillustrationen von Hubert Hochwarter
48 Seiten, geb. mit Schutzumschlag, 28 x 20 cm

ISBN-10: 3-901117-72-5; ISBN-13: 978-3-901117-72-5; € 17,00

Georg Bydlinski ist vor allem als Kinder- und Jugendbuchautor ein Begriff. In Lindas Blues beweist er jedoch, dass sein literarisches Können, wie auch schon in früheren Publikationen bewiesen, sehr viel weiter reicht. Vater - ein alternder Musiker - und Sohn - sein Chauffeur und Manager - tingeln durch das Land. Aus wechselnder Perspektive, in zart-behutsamer, lyrischer Sprache nähert sich Bydlinski den beiden Protagonisten und bald schon wird klar, dass eine gewisse Wehmut und Verzweiflung über deren Leben liegt. Eine berührende Momentaufnahme auf das Leben zweier Menschen und einer Schuld, an der sie zerbrechen. Der Künstler Hubert Hochwarter hat darüber hinaus die Geschichte bildnerisch interpretiert, was das Buch zu einem Gesamtkunstwerk werden ließ.

Textprobe
Die Gitarre ist eine Brücke ins Vergessene. Immer wenn ich Lindas Blues spiele, eine Nummer, die so langsam beginnt, dass die Stille zwischen den Akkorden länger ist als deren Verklingen, verschwinde ich, ohne dass es jemand merkt, von der Bühne. Ich bin dann fort, irgendwo, und mir ist alles gleichgültig. Hinter der Gleichgültigkeit: immer noch Schmerz. Erst langsam tauche ich auf aus dem Nichts, der Schmerz wird körperlich, nimmt zu, und alles, was ich tun kann, ist mit über die Saiten rasenden Fingern die eigene Ohnmacht herauszuschreien, und die Wut über diese Ohnmacht.