Wie es mir gefällt. Ein Confabulatoriumvon Helmut A. Niederle und Hermann Härtel

Prosa
Mit 15 Zeichnungen von Sepia von Hermann Härtel
76 Seiten, gebunden, 24 x 21 cm, € 20,00

ISBN-10: 3-901117-75-x; ISBN-13: 978-3-901117-75-6

Kennen Sie einen Flaschenverweigerer? Welchen Symbolgehalt hat die Tatsache, dass ein Politiker - abgebildet auf einer Briefmarke - über ein beleckbares Hinterteil verfügt? Steckt in jedem sexuell aktiven Mann ein potentieller Selbstmörder? Mit diesen und anderen Fragen setzt sich der Schriftsteller Helmuth A. Niederle in 15 Kurztexten mit spitzer Feder satirisch-humorvoll auseinander. Die literarische Form der Fabel lässt ihn dabei die nötige Distanz gewinnen, um dem Leser Besonderheiten und Absonderlichkeiten der menschlichen Gesellschaft darzubieten. Die eigens dafür geschaffenen Sepia-Zeichnungen des Künstlers Hermann Härtel runden das Buch ab.

Textprobe
Wer einem Landstrich entsprossen ist, in dem Mannbarkeitsrituale untrennbar mit der Leistungsfähigkeit, der Ausdauer und der Standfestigkeit beim Trinken in unauflöslichem Zusammenhang stehen, in dem mit gehäufter Regelmäßigkeit Nierenfunktionsproben ohne ärztliche Aufsicht durchgeführt werden und in dem weiters das Verbum trinken gleich einem Eigenschaftswort mit Umschreibung gesteigert werden kann: Trinken, richtiges Trinken und professionelles Trinken, wird sofort eine Vorstellung haben, was ein Flaschenverräter sein könnte. Das sprichwörtliche, in dieser Gegend salonfähige Niederlitern, von manchen Fachleuten mit militärischer Ausbildung als Endzustand des Trinkvorgangs angesehen, der mit Trinken, Eintrinken, Wirkungstrinken und Vernichtungstrinken angegeben wird, müsste per definitionem einem Flaschenverräter zuwider sein, wenn unter einem solchen ein männliches Wesen verstanden wird, das weder eine angebrochene Doppelliterflasche Wein leert noch Hochprozentiges in größeren Mengen zu sich nimmt.