Oswiecim. Reise nach Auvon Gerhard Zeillinger und Karl Schuber

Prosa
Fotografie: Karl Schuber
96 Seiten, geb. mit Schutzumschlag, 20 x 21 cm; € 20,00

ISBN 978-3-902717-17-7

Zwei Reisende und ein Buch
Ein Schriftsteller – Gerhard Zeillinger – und ein Fotograf – Karl Schuber –, beide in ihren bisherigen Arbeiten mit der Wirklichkeit des Holocaust befasst, begeben sich auf eine Reise nach Oswiecim, deutsch Auschwitz, in den Protokollen der Gestapo lapidar Au genannt. Jeder für sich, zu getrennten Zeiten, aber mit dem Ziel, daraus ein gemeinsames Buch entstehen zu lassen. Behutsam nähern sie sich schreibend und abbildend dem Ort und seiner grausamen Geschichte. Auf den Spuren einzelner Schicksale, die Gerhard Zeillinger in den Archiven aufgespürt hat, verknüpft sich die Reise des Autors mit dem Transport der später Vernichteten. Gegenwart und Vergangenheit verschmelzen zu einem eindringlichen literarischen Dokument über Willkür und Hoffnungslosigkeit. Dem Text gegenüber stehen die Fotografien von Karl Schuber. Auch er beschreitet die Wege, die viele Hunderttausende gehen mussten. Sein Blick durch die Kamera sucht das Detail, das in seiner Prägnanz umso eindrücklicher und nachhaltiger wirkt.

Textprobe
Was stand auf dem Koffer, mit dem Malvine am 8. Oktober 1943 hier angekommen ist? Malvine Teichmann, geb. Stiegler, geboren am 2. 3. 1889. Ihre Heimatadresse bis zum 26. August: Amstetten, Waidhofner Straße 43. Eine Anschrift, die längst bedeutungslos war, nur noch ein Vermerk, ordnungshalber, auf das frühere Leben. Malvines Wohnung wurde sofort aufgelöst, kaum dass die Gestapo sie verhaftet hatte. Seither war sie gemeldet: Polizeigefangenenhaus Wien IX, Roßauer Lände, ihr letztes Zuhause. Aber schreibt man eine solche Adresse auf einen Koffer, wenn man verreist?