Karl Farkas. Einer, der nicht hassen konnte

Ausstellung Karl Farkas - Schauspieler, Kabarettist, Dichter - Emigration und Heimkehr

Adalbert-Stifter-Instituts des Landes Oberösterreich / StifterHaus, Adalbert­-Stifter­-Platz 1, 4020 Linz

www.stifter-haus.at

Die 2015 erfolgreich gezeigte Ausstellung der Dokumentationsstelle für Literatur in NÖ über die Exiljahre des bedeutenden Kabarettisten Karl Farkas wandert – mit Adaptionen zum Oberösterreichbezug– in das Oberösterreichische StifterHaus nach Linz

Ausstellungsdauer: 10. Mai bis 3. September 2017

Öffnungszeiten: täglich, außer Montag, 10 –15 Uhr

Eine Ausstellung des Adalbert-Stifter-Instituts des Landes Oberösterreich / StifterHaus in Kooperation mit der Dokumentationsstelle für Literatur in Niederösterreich

 

Karl Farkas (1893–1971) gilt als einer der wichtigsten österreichischen Schauspiele und Kabarettisten des 20. Jahrhunderts. In Erinnerung geblieben ist Farkas vor allem durch sein Wirken und Schaffen seit den 1950er Jahren im Kabarett „Simpl“. Schon in der Zwischenkriegszeit avancierte Farkas zu einem gutverdienenden und gefeierten Bühnenstar. In der Spielsaison 1920/21 war er Ensemble-Mitglied des Linzer Landestheaters und spielte in dieser Zeit 24 Rollen, inszenierte 18 Stücke und fünf Opern. Obwohl sich das Landestheater nachkriegs- und inflationsbedingt in einer äußerst prekären Lage befand, zeigte der noch junge Direktor Paul Wrede ein großes künstlerisches Engagement und brachte eine Vielzahl an Inszenierungen auf den Spielplan. Farkas spielte dabei u. a. in Lessings Minna von Barnhelm, Kleists Der zerbrochne Krug, Shakespeares Der Widerspenstigen Zähmung, Wedekinds Der Liebestrank, Schillers Die Verschwörung des Fiesco zu Genua oder den Mephisto in Goethes Faust. Weniger Anklang fanden seine eigenen Stücke wie zum Beispiel Das ewige Dreieck. „Herr Farkas ist uns als Schauspieler lieber denn als Autor“, urteilte etwa das Linzer Tagblatt in einer Besprechung vom 6. Februar 1921.

Im Frühjahr 1921 wechselte Farkas zur „Neuen Wiener Bühne“. Mit dem „Anschluss“ Österreichs änderte sich jedoch alles. Mit 45 Jahren gelang ihm im letzten Augenblick noch die Flucht vor dem NS-Regime, dessen Verfolgung ihn als Jude unweigerlich getroffen hätte. Eine Flucht, die fast drei Jahre dauern sollte und ihn 1941 in den rettenden Hafen von New York führte. Über seine Erfahrungen auf der Flucht und im Exil sprach er zeitlebens kaum. In der Sammlung der Dokumentationsstelle für Literatur in Niederösterreich befindet sich ein Teilnachlass von Karl Farkas. Die Dokumente dieses Bestandes sind Basis der Ausstellung, die die Geschichte seiner Vertreibung und Flucht, seines Exils und seiner Heimkehr nach Österreich in den Fokus nimmt.

Kuratorin: Mag. Katharina Strasser

Gestalterin: Mag. Renate Stockreiter

Begleitend zu dieser Ausstellung dokumentiert ein zweibändiges Werk die Aufarbeitung des Teilnachlasses. Der von Andreas Weber herausgegebenen Band „Beiträge zu Leben und Werk“ geht unterschiedlichsten Themen seines beruflichen und privaten Lebens nach. Band 2, herausgegeben von der Ausstellungskuratorin Katharina Strasser, dokumentiert als Ausstellungskatalog das umfangreiche Material der Sammlung.

Copyright:

Land OÖ, Daniel Kauder

Otto Saxinger

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