Albert Drach (1902 - 1995) musste auf die angemessene Anerkennung seines literarischen Schaffens bis ins hohe Alter warten. Der promovierte Jurist sah sich stets als Autor, die Rechtswissenschaft war Mittel zum Zweck. Als Jude von den Nazis mit dem Tod bedroht, musste Drach nach Frankreich fliehen. 1948 kehrte Albert Drach wieder in sein Elternhaus zurück, den Drach-Hof in Mödling, wo er bis zu seinem Tod lebte.

Erst mit über 60 Jahren wurde Drach als einer der ganz großen Schreibenden des 20. Jahrhunderts vom "Betrieb" wahrgenommen, als er seinen Roman Das große Protokoll gegen Zwetschkenbaum (Langen-Müller 1964) veröffentlichte. Mit der Verleihung des Büchner-Preises 1988 war er, der in Folge für seinen legendären Protokollstil in die Literaturgeschichte Eingang fand, dort etabliert, wo er längst hingehörte. Ob die Flut von weiteren Ehrungen, welche die Auszeichnung mit dem Büchner-Preis schließlich auslöste, die jahrzehntelange Negierung kompensieren konnte, bleibt ungewiss.

Die beiden Dichter und Prosaautoren Christoph W. Bauer und Gerhard Ruiss haben sich mit dem Werk von Albert Drach auseinandergesetzt und lesen Texte von und über Albert Drach.

Die Autorin Jana Volkmann beschäftigt sich in der Publikation Hier ist Literatur. Reisen zu den Erinnerungsorten in NÖ (Literaturedition NÖ 2022) in einem außergewöhnlichen Text mit dem Schriftsteller.

Moderation: Sylvia Treudl

Führungen durch den Drach Hof um 15:30 und 16:30 Uhr. Anmeldung unbedingt erforderlich unter https://www.daslandliest.at/vst/2022_moedling.php