Die Dokumentationsstelle für Literatur in Niederösterreich wurde im Jahr 1989 gegründet. Ihr Ziel ist es, die niederösterreichische Literaturlandschaft sowohl in ihren historischen als auch zeitgenössischen Dimensionen zu dokumentieren und für eine wissenschaftliche Aufarbeitung zugänglich zu machen. Der ursprüngliche Arbeitsschwerpunkt, der noch im Begriff der „Dokumentationsstelle“ stark zum Ausdruck kommt (Sammlung und Erfassung von Primärliteratur, Sekundärliteratur, umfangreiche bio-/bibliografische Daten zu den Autorinnen und Autoren, Fotosammlung, audio-visuelle Dokumente), wurde nunmehr durch den systematischen Erwerb so genannter literarischer Vor- bzw. Nachlässe abgelöst. Umfassende, geschlossene Bestände persönlicher Provenienz sollen der Sammlung ein möglichst eigenständiges Profil verleihen. Darüber hinaus bemüht sich die Dokumentationsstelle um Archive von Institutionen wie Literaturzeitschriften und -vereinen, die das literarische Leben des Landes Niederösterreich durch publizistische und veranstalterische Tätigkeiten geprägt haben bzw. weiterhin prägen.

Die Sammlungsbestände werden seit Herbst 2015 im Kulturdepot verwahrt und dort schrittweise geordnet und elektronisch erfasst, um sie für die wissenschaftliche Erforschung sowie die Vermittlung in Ausstellungen und Publikationen, die im Verlag der Literaturedition Niederösterreich erscheinen, zugänglich zu machen.

Im Rahmen der systematischen wissenschaftlichen Erschließung der Bestände kooperiert die Dokumentationsstelle eng mit dem 2014 gegründeten Zentrum für Museale Sammlungswissenschaften der Donau Uni Krems. Seither ist die Literatursammlung auch als Teilbereich in die Landessammlungen NÖ (https://www.landessammlungen-noe.at/de/literatur.html) eingegliedert und partizipiert an der kontinuierlichen Weiterentwicklung einer gemeinsamen Sammlungsstrategie.
Die Dokumentationsstelle ist über die internationale Literaturarchiv-Dachorganisation KOOP-LITERA mit allen Literaturarchiven im deutschsprachigen Raum verbunden und nimmt an den jährlichen Tagungen teil. Darüber hinaus entwickelt die Dokumentationsstelle die Kompetenz in Fragen der musealen Repräsentation literarischer Sammlungen in Form von Teilnahmen an Konferenzen sowie Forschungsaufenthalten und Kooperationen mit zentralen Einrichtungen wie dem Literaturmuseum am Deutschen Literaturarchiv in Marbach kontinuierlich weiter.